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Freitag, 14. August 2009

Die Berliner.

Ihr findet Berlin toll? Klar, ich auch, wer nicht? Trotzdem muss ich mich immer wieder dafür rechtfertigen, dass ich NICHT nach X-berg, F'hain, Prenzelberg oder Mitte ziehen will, ich NICHT von der supderdupertollen Indie-Underground-Szene überzeugt bin und ich doch irgendwie denke, ich lebe lieber hier, hier und sogar lieber hier. Meine Abneigung der sogenannten "Zugezogenen" gegenüber, die ja mittlerweile den wirklichen, patriotischen Stamm der Berliner ausmachen, steigert sich immer mehr, so dass ich inzwischen eine extreme Berliner-Anti-Haltung entwickle. Das wird gestärkt durch die Berlin-Antipathie eines lieben Freundes, selbst gebürtiger Berliner und somit noch persönlich betroffen von der Übernahme Berlins durch West'ler. Das zusammengefasst und übertragen auf die Neo-Einheimischen hat die Zeit:
"Anders als ihr Freund, der Schluffi, tut das Berliner Mädchen was, um sich Miete, Kleidung, Essen leisten zu können: Berliner Mädchen arbeiten im weitesten Sinne in den Bereichen Medien, PR, Design, Kunst – sie meinen, dass diese Tätigkeiten gewisse Kleidungsstücke, Haarschnitte und Manierismen bedingen. Deshalb gibt es auch die Berliner-Mädchen-Uniform."

Natürlich hat das Berliner Mädchen auch ein männliches Pendant:
"Der Berliner Mann hat zumeist wenig Perspektive und ist unglücklicherweise auch nicht früh zu Geld gekommen. Für die Quarterlife-Krise ist er zu alt, aber deutlich zu jung, um mit Rick Rubin ein Album aufzunehmen. Egal, was er gerade tut: Eigentlich hat er etwas ganz anderes vor. Wäre der Berliner Mann ein Kleidungsstück, wäre er wohl ein Kapuzenpullover."

Ach ja, gemeinsame Feindbilder machen halt Spass - trotzdem soll es sogar einige liebe Menschen in und aus Berlin geben! Und andersrum gibt es nervigen Lokalpatriotismus auch in wesentlich unattraktiveren Städten. Die kompletten Artikel zum Mann und zur Frau gibt es hier und hier.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Artcloud statt Palast

A place where Germany is still disunited. A place that divides the German mind, where ideologies stiffen and the Republic’s anima is impenetrable. This emotionally charged place lives today but breathes the identities of yesterday.
- archiCentral
Die Pop-Architekten von Graft - die ja auch mit Brad Pitt geworben..geplant...entworfen haben - möchten der jungen Kunstszene der Hauptstadt ein neues Forum bieten und planen eine temporäre Kunsthalle - auf der Brache, wo man seit Jahren vorsichtig die DDR, also den Palast der Republik, dekonstruierte. Eine Stelle mitten in Berlin, die im Gegensatz zu den benachbarten, schnell wieder aufgebauten und eher Disneyworld-ähnlichen Unter den Linden-Fassaden wie ein Mahnmal wirkt. Der Schlossplatz machte in jüngster Vergangenheit Schlagzeilen mit dem Wiederaufbau, Nicht-Wiederaufbau des ehemaligen Berliner Schlosses, das 1962 zerstört wurde. Bislang ist nicht absehbar inwiefern die Planungen fortschreiten oder nicht - und das will Graft ausnutzen.

Eine scheinbar schwebende weiße Konstruktion aus halbdurchsichtiger Membran überspannt eine offene Ausstellungsfläche. Die Art Cloud soll wie Nebel in die Museumsinsel ziehen.